Rabenrechte: Kaufrausch – müssen deine Kinder immer fragen?

Klar, als Rabenmutter hast du die Verantwortung für deine Kinder – du bist wie man das so hübsch nennt, erziehungsberechtigt.

Trotzdem wollen deine Kinder irgendwann nicht mehr wegen jedem Kaugummi fragen, ob sie ihn kaufen dürfen.

Das müssen sie auch nicht mehr unbedingt, sobald sie über 7 Jahre alt sind. Denn bis 18 sind sie dann das, was der Gesetzgeber „beschränkt geschäftsfähig“ nennt. Klingt ein bisschen komisch, heißt aber nichts anderes, als dass sie zwar für die meisten Einkäufe noch deine die Zustimmung brauchen, aber eben nicht für alle.

Mit ihrem Taschengeld können Rabenkinder nämlich tatsächlich schon fast alles machen, was sie wollen, ohne dass sie noch mal extra Bescheid geben müssen. Der Kaugummi, eine Tafel Schokolade oder neue Ohrringe sind also ohne Probleme drin.

Aber natürlich dürfen sie keine Sachen kaufen, die für ihr Alter noch nicht erlaubt sind, wie Alkohol oder Zigaretten. Geschäfte machen sich sogar strafbar, wenn sie darauf nicht achten.

Außerdem – und das ist wahrscheinlich weniger offensichtlich – können die Rabenkindern sich nur Dinge zulegen, die sie sich von ihrem monatlichen oder wöchentlichen Geld auf einmal leisten können. Es geht also nicht, dass sie heimlich das teuere Fahrrad anbezahlen und es monatlich von ihrem Taschengeld abstottern. Für solche großen Anschaffungen brauchen sie immer noch deine Zustimmung. Wenn du das Rad für sinnvoll hältst, dann kannst du den Kauf sogar noch nachträglich genehmigen; hältst du es für überflüssig, weil das alte Rad für den Schulweg völlig ausreicht, dann muss das Geschäft das neue zurück nehmen. Die Verkäufer müssen sich nämlich im Zweifel vorher vergewissern, ob ein Rabenkind etwas kaufen darf, und dürfen sich auch im Nachhinein nicht herausreden, sie hätten dein Kind für älter gehalten oder von dieser Regel nichts gewusst.

Wenn du deinem Rabenkind für eine bestimmte Sache Geld gibst, weil es sich z.B. einen neuen Pulli kaufen soll, dann kann es ebenfalls alleine losziehen. Aber dann muss es auch das besorgen, wofür das Geld gedacht ist. Wenn dein Kind stattdessen mit einem PC-Spiel zurückkommt, kannst du in den Laden gehen und das Spiel umtauschen.

Geschenke kann ein Rabenkind grundsätzlich annehmen, wenn daraus kein Nachteil entsteht. Ein Buch von einem Freund, fünf Euro von der Oma – wunderbar.

Sogar größere Geldsummen kann dein Kind an sich behalten, aber du als Rabenmutter kannst trotzdem einteilen, wofür es das Geld verwendet. Auch wenn sich das in den Ohren der kleinen Raben unfair anhört, liegt es daran, dass Rabeneltern einerseits dazu verpflichtet sind, ihren Kindern den Umgang mit Geld zu lehren, aber andererseits darauf achten müssen, dass den Kindern nur Summen zur Verfügung stehen, die zu ihrem Alter passen. Doch denkt daran: auch Rabeneltern dürfen mit solchen Geschenken nicht einfach tun, was sie wollen oder das Geld für sich selbst ausgeben, sondern sie müssen die Wünsche und Interessen ihrer Kinder berücksichtigen, es vielleicht für später aufheben. Aber das hätte eine Rabenmutter sowieso nicht anders gemacht, oder!?

Bei Haustieren sieht es übrigens – egal ob geschenkt oder vom Taschengeld gekauft – noch einmal etwas anders aus. Es entstehen schließlich weitere Verpflichtungen – Futter kaufen, eventuell einen Stall besorgen, um das Tierchen kümmern etc. Hier hast du als Rabenmutter ein Wörtchen mitzureden, denn das Tier wird ja auch in deiner Wohnung oder deinem Haus untergebracht. Ein tierischer Mitbewohner, den du nicht willst, geht also zurück an den Schenker oder in den Laden.

Besser ist es also, ihr einigt euch vorher, damit das Tier nicht unnötig hin- und her gezerrt wird.

Eure Michaela