Fragt nach, bildet Euch, Eure Kinder, aber das kostet eben Zeit.

Auslöser hierfür ist ein Twitter-Tag. Eine Mutter taggte uns mit dem Hinweis auf einen twitternden Vater und einem Tweet, der nicht in Ihr Weltbild passte. Aber wer weiß schon, was in ihm vorging als er das schrieb? Ich antwortete, ich kann mir darüber keine Meinung erlauben, denn ich habe diese Thematik (die er in seinem Tweet ansprach) nicht verfolgt, vielleicht hatte er recht, vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag….. who knows?

Lügenpresse, soziale Medien und große Meinungsmache. Der Vorwurf unserer Zeit ist, dass wir mit Informationen zugeschüttet werden, diese aber oft ungeprüft lassen und uns darauf stürzen, uns ereifern und echauffieren und Skandal schreien, ganz unüberprüft. Nein, entgegen aller Meinungen, das ist nicht erst seit heute so, das war schon immer so. Nur früher musste man Dinge wie Bibliotheken aufsuchen und mit Menschen reden und/um sich dann eine eigene Meinung bilden. Durch Austausch. Was ich immer wieder dem jüngsten Verlagsmitarbeiter mit auf seinen Weg gebe: ÜBERPRÜFE. (Bis auf die Latein-Vokabeln, da gibt es keinen Meinungsspielraum)

Die Informationen sind mehr geworden durch die neuen, schnellen Möglichkeiten, doch es wird immer weniger überprüft, reflektiert. Bildung durch eigene Meinungsbildung, durch einen Blick ins eigene Gemüt. Das heißt aber auch, dass man sich informiert, weitreichend informiert. Das man zuhört, das man nachfragt, dass man alles Gehörte sammelt und vielleicht noch drei mal nachfragt. Solange, bis man meint, für sich alle Seiten verstanden zu haben. Doch dafür nimmt sich niemand mehr Zeit. Wie schnell ist ein Shitstorm auf allen Plattformen, aber wie schnell ist er auch wieder vorbei, denn kaum einer hat noch die Geduld und Ruhe Sachverhalte nachhaltig zu prüfen, zu bewerten, zu verstehen und dann auch zu vertreten.

Bildung, Wissen, Information, Reflektion, Emphatie ist die fehlende Grundlage für ein gutes Miteinander. Fragt, forscht, habt keine Angst vor unbequemen Antworten, erzählt das Euren Kindern. Lehrt Eure Kinder kritisch zu sein, nicht alles zu glauben (Außer den Latein-Vokabeln). Ich wünschte unser Abitur, die allgemeine Hochschulreife (ha, ha) würde sich tatsächlich mit allgemeiner Reife befassen, diese lehren und Substanz geben. Letztens hatte ich im großen Elternkreis (Himmel, die Mathe-Schulaufgabe ist ja so schlecht ausgefallen, wir brauchen sofort eine Elternversammlung) genau diese Diskussion. Weshalb üben die Kinder Dreieckes-Konstruktionen mit Zirkel? Wer? Bitte wer? Außer er studiert Mathematik, muss Dreiecke mit einem Scheiß-Zirkel konstruieren? WER? Man versuchte mich runter zu kochen mit den Worten:“ Das ist die allgemeine Hochschulbildung.“ Meiner Meinung nach, wäre eine allgemeine Hochschulbildung in Mathe vielleicht eher zu lernen, wie man eine Steuererklärung ausfüllt, wie man einen Businessplan schreibt, wie man Miete und Nebenkosten ausrechnet. Irgendetwas das realitätsnah ist. Ich habe einst, damals, in Mathe Abitur gemacht, Stochastik, Integralrechnung (Dinge, die ich nur noch brauche, um dem Filius zu helfen). Was ist daran allgemein?

Ich wiederhole: Schnell, alles ist schnell, schnell muss man auf Twitter reagieren, etwas langsamer auf Facebook, aber immer schnell. Nehmt Euch Zeit, überprüft. Keine Vorverurteilung. Meine Bitte. (Außer bei den Latein-Vokabeln)

Herzhaft,

Franziska

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