Wenn die kleinen Raben etwas ausgefressen haben…

Meistens sind es ja eher harmlose Streiche, die den kleinen Raben einfallen. Aber was passiert, wenn es um mehr geht als nur ein bisschen Pfeffer in deiner Bonbondose oder Zahnpasta auf der Türklinke?

Grundsätzlich muss man dann genau trennen zwischen zivilrechtlichen und strafrechtlichen Folgen. Das Zivilrecht, besser gesagt das Privatrecht, regelt alles zwischen dir und anderen Menschen (oder auch Firmen).

Das Strafrecht wiederum ist Teil des sogenannten Öffentlichen Rechts und da geht es um alles zwischen dir bzw. deinen Rabenkindern auf der einen Seite und dem Staat auf der anderen.

Wenn dein Rabenkind also die Fensterscheibe vom Nachbarn mit seinem Fußball zertrümmert, dann ist die zivilrechtliche Frage, ob dein Nachbar die Kohle für die Scheibe von dir oder deinem Raben zurück bekommt und die öffentlichrechtliche Frage, ob dein Rabenkind damit eine Straftat begangen hat und dafür bestraft werden kann.

Die Antwort darauf hängt in erster Linie vom Alter des Kindes ab.

Fangen wir am Anfang an. Rechtsfähig sind Menschen mit Vollendung der Geburt, ab da kann jeder Träger von Rechten und Pflichten sein.

Aber mit Geburt ist man noch lange nicht geschäftsfähig (darf also noch keine Verträge oder ähnliches abschließen) und auch noch nicht deliktsfähig (haftet also auch nicht für Schäden, die man anrichtet). Macht ja auch Sinn, denn ein Baby kann und soll sich weder seinen Brei selbst kaufen, noch kann es etwas dafür, wenn es mit den Strampelbeinen die Blumenvase vom Tischrand fegt.

Die Grenze, ab wann sich das ändert, hat der Gesetzgeber bei Siebenjährigen gezogen. Mit dem siebten Geburtstag ist der kleine Rabe das, was man beschränkt geschäftsfähig einerseits und bedingt deliktsfähig andererseits nennt.

Für Verträge hat das ganz eigenwillige Folgen: Ein Vertrag, der nur einen rechtlichen Vorteil mit sich bringt, wie zum Beispiel die Schenkung aus dem letzten Blog-Beitrag, der gilt voll und ganz. Fast alle anderen Verträge kann auch ein Minderjähriger nur mit Zustimmung der Eltern abschließen. Fehlt diese Zustimmung, ist der Vertrag so lange in der Schwebe, bis die Eltern ihn entweder nachträglich genehmigen oder ablehnen, dann gilt der Vertrag nicht. Was das genau bedeutet und welche Folgen das hat, gucken wir uns in einem der nächsten Blog-Beiträge an.

Für Schäden, die ein Minderjähriger ab 7 anrichtet, hat das nämlich auch ganz eigene Folgen. Ab jetzt muss er dafür haften, wenn und soweit er einsichtsfähig ist, also kapiert, wozu seine Handlung führen kann.

Ein achtjähriger Rabe, der mit Vollkaracho einen Ball auf das Fenster der Nachbarn ballert, muss den Schaden ersetzten, denn er dürfte höchstwahrscheinlich vorausgesehen haben, dass die Scheibe bei so einem Schuss kaputt gehen wird.

Aber neben den Kindern, geht es auch um die Rabeneltern und ihre Aufsichtspflicht. Denn Eltern haben dafür zu sorgen, dass ihren Kindern nichts zustößt, gleichzeitig, dass ihre Kinder keinen Schaden anrichten. Je jünger die Raben sind, desto intensiver müssen sie beaufsichtigt werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass ältere Kinder auch einmal allein auf dem Spielplatz toben dürfen, ohne dass dies sofort eine Pflichtverletzung wäre. Im Gegenteil, ein Kind kann Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein nur dadurch lernen.

Eine genau festgelegte Regel für den Umfang der elterlichen Aufsichtspflicht gibt es nicht. Es wird von Eltern erwartet, ihre Kinder gut genug zu kennen, um zu wissen, wie viel oder wie wenig sie beaufsichtigt werden müssen.

Das gibt den Eltern einerseits die Freiheit, ihre Erziehung nach eigenem Ermessen individuell an die Bedürfnisse der kleinen Raben anzupassen. Andererseits müssen sie damit rechnen, zur Haftung heran gezogen zu werden, wenn etwas schief geht, bei Kindern unter 7 genauso wie bei Kindern über 7.

Um dieses Risiko zu (er)tragen, bleibt eigentlich nur der pragmatische Rat, eine Privathaftpflichtversicherung für die ganze Familie abschließen, die auch „deliktunfähige Kinder“ einschließt.

Als Trost für die kleinen Raben: Weder für eine zerbrochene Fensterscheibe, noch für einen Kratzer an Nachbars Fahrrad droht Gefängnis oder eine sonstige offizielle Strafmaßnahme.

Bei der Deliktfähigkeit geht es nämlich nur um den Schadensersatz für den Nachbarn, also zivilrechtliche Ansprüche.

Strafrechtlich hat ein Minderjähriger erst ab 14 etwas zu befürchten, dann wird er nämlich zum Jugendlichen und bedingt strafmündig.

Wer jetzt im Kaufhaus was klaut und erwischt wird, muss für seine Tat gerade stehen. Noch nicht mit der gleichen Härte wie ein Erwachsener, von 14 bis 18 sind dafür die Jugendstaatsanwälte und Jugendrichter zuständig, die zusätzlich zu ihren juristischen auch noch über pädagogische Kenntnisse verfügen.

Denn im Vordergrund soll bei Jugendlichen nicht die Bestrafung stehen, sondern der Erziehungsgedanke. Ein Rabenteenie soll immer eine zweite und meistens auch noch eine dritte Chance bekommen, aus den begangen Fehlern zu lernen.

Welche Maßnahme ergriffen wird, hängt von vielen Einzelfaktoren ab:

Was hat der Jugendliche ausgefressen? Wie weit war er sich der Tragweite seines Handelns bewusst? Wie ist das Umfeld des Jugendlichen? Kann von einem einmaligen Ausrutscher ausgegangen werden oder muss der Jugendliche von Wiederholungen abgebracht werden?

Von Verwarnung, gemeinnütziger Arbeit, Geldauflagen oder Erziehungsunterstützung bis Jugendarrest hat das Jugendgericht Mittel zur Verfügung, die eben nicht reine Bestrafe sein sollen, sondern den Jugendlichen dazu bringen sollen, seine Fehler zu erkennen und es künftig besser zu machen.

In schwereren Fällen, wenn es zum Beispiel um Gewalt, wiederholte schwere Körperverletzung oder sogar Tötungsdelikte gehen sollte, kann der Jugendrichter auch Jugendstrafen verhängen, die dann in einer besonderen Jugendhaftanstalt abgebüßt werden müssen. Oder er kann auch die Unterbringung in psychiatrischen Einrichtungen anordnen, wenn dazu Anlass geboten ist.

Eventuell wird das Jugendstrafrecht sogar noch ein bisschen länger angewandt, also auch für Heranwachsende von 18 bis 21, wenn sie noch nicht die volle Reife eines Erwachsenen haben, also von ihrer Entwicklung her noch eher einem Jugendlichen entsprechen.

Ein Verteidiger ist übrigens bei Jugenddelikten nur in schwereren Fällen vorgeschrieben, also wenn Jungendstrafe oder Unterbringung in einer Anstalt drohen oder sogar die Eltern als Tatbeteiligte beschuldigt werden und deshalb ihr Kinder nicht mehr vor Gericht vertreten dürfen.

Nur in diesen notwendigen Fällen zahlt der Staat einen Pflichtverteidiger, falls der Jugendliche sich keinen Verteidiger seiner Wahl leisten kann. Aber auch in den leichtern Fällen gibt der Rat eines Anwalts Sicherheit, zumindest was die rechtliche Seite betrifft.

Die noch wichtigere moralische und emotionale Stütze müssen und sollen die Eltern sein. So sauer du in dem Augenblick vielleicht selbst auf deinen Nachwuchs bist, macht es doch den meisten Sinn, mit Jugendgericht und Jugendamt gemeinsam zu überlegen, wie es künftig besser laufen kann, statt nur wegen bereits begangener Taten zu poltern.

Bestimmt wird auch der frechste Rabe ziemlich kleinlaut, wenn er befürchten muss vor einem Richter zu landen, da können ein paar beschützende Rabenflügel nur gut tun.

Jetzt weißt du Bescheid – ich hoffe, nur für die Theorie und drücke die Daumen für aufgeweckte, aber trotzdem brave Rabenkinder!

Eure Michaela

(Rabenrechte © Rabenmütter Verlag Ug (haftundbeschränkt))

Rabenrechte: Geschenke, Geschenke

Weihnachten ist vorbei und der Geldbeutel leer! 🙂

Aber habt Ihr Euch eigentlich mal gefragt: Darf man Kinder überhaupt was schenken? Fragt man die Rabenkinder, lautet die Antwort sicher: JAAA! Aber was sagt das Gesetz dazu? Als Rabenmutter und damit Erziehungsberechtigte darfst du das selbstverständlich, im Rahmen der elterlichen Fürsorge sollst du deine kleinen Raben ja versorgen, beschützen und fördern, deine Gaben sollten also altersgerecht und nicht irgendwie gefährlich sein; können – müssen aber nicht in jeder Hinsicht pädagogisch wertvoll sein.

Doch wie sieht das bei allen anderen Verwandten aus, Großeltern, Tante, Onkel oder einfach nur Freunde, dürfen die die lieben Kleinen ebenfalls beschenken, oder müssen sie vorher die Rabeneltern fragen?

Der Gesetzgeber sagt, dass man Kindern etwas schenken darf, wenn es für sie lediglich rechtlich vorteilhaft ist.

Das klingt doch schon wieder nach einer Art Geschenke zu betrachten, wie nur Juristen es können 😉 Jedenfalls nicht nach leuchtenden Kinderaugen und jubelnder Freude nach dem Aufreißen eines Päckchens.

Es heißt im Klartext, wenn sich für die Rabenkinder keine weiteren Verpflichtungen direkt aus dem Geschenk ergeben, dürfen sie es bekommen. Der Teddybär, der Pulli, sogar die teure Digitalkamera und das kitschrosa Puppenhaus – all das passt unter den Weihnachtsbaum oder auf den Geburtstagstisch.

Mit lebendigen Tieren wie einem Hamster, einer Katze oder gleich einem Pony ist das schon eine etwas andere Sache, genau genommen sind z.B. die Futterkosten nicht nur ein Vorteil, aber der spitzfindige Jurist sieht darin bloß eine wirtschaftliche Folge, weil diese Kosten nicht automatisch mit dem Abschluss des Schenkungsvertrags entstehen.

Die Futterkosten sind also kein rechtlicher Nachteil und die Schenkung eines Haustieres wäre damit für Kinder nur rechtlich vorteilhaft. Ausnahme könnte ein Hund sein, wegen der Hundesteuer.

ABER da das Tierchen nicht nur bei deinem Rabenkind lebt, sondern auch bei dir, der Erziehungsberechtigten, und die Versorgung ebenfalls bei dir hängen bleibt, hast du als Rabenmutter das Recht dein Veto einzulegen, wenn du diese Verpflichtung nicht willst. Besser der Schenker klärt das vorher mit dir, bevor es enttäuschte Tränen gibt.

Wer jetzt noch keinen Knoten im Hirn hat, der versucht es mit einem anderen Geschenk. Einem echten Ponyhof! Wahrscheinlich der Traum vieler Rabenmädchen. Doch da hängen Rechtsfolgen dran, die eben nicht nur rechtlich vorteilhaft sind. Als neuer Eigentümer müsste das beschenkte Rabenkind in die bestehenden Rechte und Pflichten rund um den Ponyhof eintreten, also auch Schulden mittragen, Vertragspflichten mit Pächtern oder Pferdebesitzern übernehmen, Grundsteuern bezahlen und so weiter.

Will man einem unmündigen Raben partout so ein Anwesen schenken, dann muss entweder das Vormundschaftsgericht zustimmen – gar kein so ungewöhnliches Vorgehen, schließlich kann ein Minderjähriger ja auch schon erben – oder der Schenker muss weiterhin die rechtlichen Nachteile selbst übernehmen und nur den Hof oder das Häuschen selbst überschreiben, was dann nur ein Vorteil wäre.

 

Um die Verwirrung komplett zu machen: Geschenke sind juristisch gesehen sowieso nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick annehmen möchte. Ich schenke dir was, du freust dich, alles gut!? Der Jurist macht da natürlich einen Vertrag daraus. Die Basis ist das Schenkungsversprechen und das, man höre und staune, müsste eigentlich notariell beglaubigt werden. Wer macht denn so was? Eigentlich niemand, jedenfalls nicht für den Kleinkram zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Das macht auch in den meisten Fällen nichts, denn wenn der Schenker den Worten sofort Taten folgen lässt, also das Geschenk übergibt, dann ist dieser „Formmangel“ geheilt.

Das würde gerade vor Weihnachten oder Ostern ansonsten zu ganz schönen Terminengpässen in den Notariaten führen.

Wenn die liebe Omi aber verspricht, dir oder den Rabenkindern demnächst oder irgendwann die wertvolle Kette oder das hübsche Häuschen zu schenken, dann wird die Vorschrift schon klarer. Dieses Versprechen ist nämlich so lange nicht bindend, so lange sie es nicht auch tut. Wenn du oder das Rabenkind es sich mit Omi also verscherzt und sie die Kette stattdessen deiner Cousine 100. Grades schenkt, dann kannst du zwar maulen, weil sie dir den Schmuck zuerst versprochen hat, nützt dir aber nix, denn Anspruch hast du keinen. Versprochen ist versprochen und wird doch gebrochen, das ist zwar moralisch gemein, aber rechtlich einwandfrei, weil der Notar das Versprechen eben nicht beglaubigt hat.

Was lernen wir daraus? Seid nett zu Omi, nicht nur an Weihnachten – und bitte nicht nur wegen des Geldes 😉

Eure Michaela

(Rabenrechte © Rabenmütter Verlag Ug (haftundbeschränkt))

Rabenrechte: Kinderrechtskonvention feiert 25. Geburtstag

Kinderrechtskonvention feiert 25. Geburtstag

Am 20. November feiert eine ganz besondere Vereinbarung Geburtstag – die Kinderrechtskonvention – oder wie es ganz offiziell heißt „das Übereinkommen über die Rechte des Kindes“.

Diese Konvention wurde 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und wurde von fast allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ratifiziert, also unterschrieben und in Kraft gesetzt, und damit haben sich die Staaten zu den internationalen Menschenrechten der Kinder bekannt.

Das hört sich erst mal für deine und alle anderen unter 18-jährigen Rabenkinder auf der Welt gut an, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Religion, ob arm, ob reich, ob krank oder gesund. Aber leider haben diese Rechte bei uns in Deutschland (wie in vielen anderen Mitgliedsländern) noch nicht den Weg ins Grundgesetz gefunden. Und was auf dem Papier gut klingt, lässt sich noch lange nicht wirklich einfordern und durchsetzen.
Aber es ist immerhin ein erster Schritt.

Das Übereinkommen hat insgesamt 54 Artikel, das ist ne’ Menge und leider haben diese Artikel Juristen geschrieben, sie sind also nicht unbedingt immer in verständlicher, kindgerechter Sprache verfasst. Deshalb hier ein kurzer Überblick in hoffentlich weniger komplizierten Worten, denn du als Rabenmutter sollst laut dieser Vereinbarung deinem Kind helfen seine Rechte zu kennen.

Grundsätzlich geht es darum, Kinder weltweit zu schützen, also ihr Überleben und ihre gute Entwicklung zu sichern, dafür zu sorgen, dass sie nicht diskriminiert und ihre Interessen gewahrt werden, in dem sie ein Mitspracherecht an Dingen haben, die sie betreffen.

Abgesehen davon, dass alle Rabenkinder gleichbehandelt werden müssen, hat jedes Kind das Recht auf einen Namen und auf eine Staatsangehörigkeit. Es soll seine Rabeneltern kennen und von Ihnen betreut werden, sofern das ohne Gefährdung für das Kind möglich. Denn selbstverständlich dürfen weder Eltern, noch sonst jemand Kindern körperliche oder seelische Gewalt antun.

Rabenkinder haben das Recht auf Gesundheit, das heißt einerseits auf eine sichere und saubere Umwelt, damit sie nicht krank werden – ausdrücklich auch auf sauberes Trinkwasser (!) – andererseits auch das Recht zum Arzt zu gehen, wenn sie krank sind. Natürlich gehört dazu auch genug gesunde Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Im Klartext für die kleinen Raben, sie haben ein Recht auf Gemüse, aber nicht auf Schokolade und ein Recht auf eine warme Jacke, aber leider nicht auf das süße rosa T-Shirt.  😉

Jedem Rabenkind stehen Bildung und Ausbildung zu. Das meint zum einen die Schule, deren Grundbildung nichts kosten soll, damit auch arme Kinder die gleichen Chancen haben wie reiche, und später dann die Berufsausbildung. Zum anderen aber die Förderung von besonderen Fähigkeiten und Talenten, die dein Rabenkind hat. Dazu kann Krächzen – ähm – Musik – genauso gehören wie Sport oder Malen.

Und selbstverständlich geht das Hand in Hand mit dem Recht auf Information, sei es aus Zeitungen, Radio, Büchern, Fernsehen oder aus dem Internet. Ja, liebe Rabenmütter, auch der Zugang zu einem Computer gehört dazu! Trotzdem natürlich unter deinen Rabenaugen, denn die Infos sollen altersgerecht sein und dein Kind fördern, ihm aber nicht schaden.

Gleichzeitig sollen Rabenkinder genug Freizeit zur Erholung und zum Spielen haben. Ein ganz schön wichtiger Punkt, der zum Beispiel bisher nicht in unserem Grundgesetzt steht, weil es diesen Anspruch für Erwachsene so nicht gibt. Schade, oder?

Kinderarbeit ist bis zu einem bestimmten Alter – in Deutschland bis einschließlich 12 – nicht erlaubt und muss für ältere Kinder und Jugendliche streng geregelt und limitiert sein.

Rabenkinder haben genau wie ihre Eltern ein Recht auf Privatsphäre, also auch ihre Briefe und E-Mails darf nicht einfach jemand lesen und niemand darf sie beleidigen oder ihren Ruf schädigen.
Das persönliche Tagebuch sollte also auch für die Rabenmutter tabu sein, wenn es ihr beim Aufräumen zufällig in die Hände fällt!

Besondere Rechte haben Rabenkinder in Notlagen oder bei Katastrophen, ebenso Flüchtlingskinder aus Kriegsgebieten, um die sich auch andere Staaten kümmern müssen, eben nicht nur der, aus dem sie geflohen sind! Und selbstverständlich darf kein Kind gezwungen werden, selbst mitkämpfen zu müssen!

Ausdrücklich gewährt das Übereinkommen auch behinderten Kindern all diese Rechte, zusätzlich haben sie Anspruch auf besondere Unterstützung, damit sie möglichst viel am sozialen Leben teilhaben können.

Rabenkinder dürfen ihre Meinung sagen und nicht nur ihre Eltern, sondern auch Richter und Politiker müssen sie anhören, besonders, wenn die Kinder selbst betroffen sind.
Das heißt zum Beispiel, wenn du und der Rabevater sich scheiden lassen, dann muss der Richter sich anhören, bei wem euer Kind hauptsächlich leben will und er muss diesen Wunsch ernst nehmen!

Sie dürfen sich auch mit anderen Kindern zusammentun und zum Beispiel im Rahmen einer Demonstration oder eines Kinderparlaments auf Missstände aufmerksam machen.
Fehlt also zum Beispiel in eurer Gegend ganz dringend ein Kindergarten oder braucht eine Straße sehr nötig eine Ampel, damit Kinder unfallfrei die Straße überqueren können, dann dürfen sich Kinder dafür stark machen. Das ist wichtig, weil sie ja ansonsten noch nicht durch eine Wahl mitbestimmen können, wer Entscheidungen für sie trifft.

Allerdings dürfen Kinder ebenso wenig wie Erwachsene andere verletzen oder kränken mit dem was sie sagen oder tun, da hat die freie Meinungsäußerung nämlich auch für sie ihre Grenze.

All diese Rechte solltest du als Rabenmutter kennen und berücksichtigen, doch das tust du höchstwahrscheinlich sowieso. Aber auch und gerade die Staaten und ihre Organisationen sollen sich an diese Vereinbarung halten.
Die Konvention leistet im Moment vor allem den Beitrag, sich diese – an sich selbstverständlichen – Kinderrechte vor Augen zu führen. Mit der aktiven Umsetzung hapert es noch an vielen Stellen, also kräht ruhig lauter für und mit euren Rabenkindern, damit eure Kinder zu ihrem Recht kommen!

Wer sich die ganze Konvention durchlesen möchte kann das unter folgendem link
http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf

Wer sich zusätzlich schlau machen will guckt am besten auf der UNICEF Seite:
www.unicef.de

Eure Michaela

(Rabenrechte © Rabenmütter Verlag Ug (haftundbeschränkt))

Rabenrechte: Kaufrausch – müssen deine Kinder immer fragen?

Klar, als Rabenmutter hast du die Verantwortung für deine Kinder – du bist wie man das so hübsch nennt, erziehungsberechtigt.

Trotzdem wollen deine Kinder irgendwann nicht mehr wegen jedem Kaugummi fragen, ob sie ihn kaufen dürfen.

Das müssen sie auch nicht mehr unbedingt, sobald sie über 7 Jahre alt sind. Denn bis 18 sind sie dann das, was der Gesetzgeber „beschränkt geschäftsfähig“ nennt. Klingt ein bisschen komisch, heißt aber nichts anderes, als dass sie zwar für die meisten Einkäufe noch deine die Zustimmung brauchen, aber eben nicht für alle.

Mit ihrem Taschengeld können Rabenkinder nämlich tatsächlich schon fast alles machen, was sie wollen, ohne dass sie noch mal extra Bescheid geben müssen. Der Kaugummi, eine Tafel Schokolade oder neue Ohrringe sind also ohne Probleme drin.

Aber natürlich dürfen sie keine Sachen kaufen, die für ihr Alter noch nicht erlaubt sind, wie Alkohol oder Zigaretten. Geschäfte machen sich sogar strafbar, wenn sie darauf nicht achten.

Außerdem – und das ist wahrscheinlich weniger offensichtlich – können die Rabenkindern sich nur Dinge zulegen, die sie sich von ihrem monatlichen oder wöchentlichen Geld auf einmal leisten können. Es geht also nicht, dass sie heimlich das teuere Fahrrad anbezahlen und es monatlich von ihrem Taschengeld abstottern. Für solche großen Anschaffungen brauchen sie immer noch deine Zustimmung. Wenn du das Rad für sinnvoll hältst, dann kannst du den Kauf sogar noch nachträglich genehmigen; hältst du es für überflüssig, weil das alte Rad für den Schulweg völlig ausreicht, dann muss das Geschäft das neue zurück nehmen. Die Verkäufer müssen sich nämlich im Zweifel vorher vergewissern, ob ein Rabenkind etwas kaufen darf, und dürfen sich auch im Nachhinein nicht herausreden, sie hätten dein Kind für älter gehalten oder von dieser Regel nichts gewusst.

Wenn du deinem Rabenkind für eine bestimmte Sache Geld gibst, weil es sich z.B. einen neuen Pulli kaufen soll, dann kann es ebenfalls alleine losziehen. Aber dann muss es auch das besorgen, wofür das Geld gedacht ist. Wenn dein Kind stattdessen mit einem PC-Spiel zurückkommt, kannst du in den Laden gehen und das Spiel umtauschen.

Geschenke kann ein Rabenkind grundsätzlich annehmen, wenn daraus kein Nachteil entsteht. Ein Buch von einem Freund, fünf Euro von der Oma – wunderbar.

Sogar größere Geldsummen kann dein Kind an sich behalten, aber du als Rabenmutter kannst trotzdem einteilen, wofür es das Geld verwendet. Auch wenn sich das in den Ohren der kleinen Raben unfair anhört, liegt es daran, dass Rabeneltern einerseits dazu verpflichtet sind, ihren Kindern den Umgang mit Geld zu lehren, aber andererseits darauf achten müssen, dass den Kindern nur Summen zur Verfügung stehen, die zu ihrem Alter passen. Doch denkt daran: auch Rabeneltern dürfen mit solchen Geschenken nicht einfach tun, was sie wollen oder das Geld für sich selbst ausgeben, sondern sie müssen die Wünsche und Interessen ihrer Kinder berücksichtigen, es vielleicht für später aufheben. Aber das hätte eine Rabenmutter sowieso nicht anders gemacht, oder!?

Bei Haustieren sieht es übrigens – egal ob geschenkt oder vom Taschengeld gekauft – noch einmal etwas anders aus. Es entstehen schließlich weitere Verpflichtungen – Futter kaufen, eventuell einen Stall besorgen, um das Tierchen kümmern etc. Hier hast du als Rabenmutter ein Wörtchen mitzureden, denn das Tier wird ja auch in deiner Wohnung oder deinem Haus untergebracht. Ein tierischer Mitbewohner, den du nicht willst, geht also zurück an den Schenker oder in den Laden.

Besser ist es also, ihr einigt euch vorher, damit das Tier nicht unnötig hin- und her gezerrt wird.

Eure Michaela

Startschuss für unsere neue Rubrik „Rabenrechte“!

Recht – das ist langweilig und furchtbar trocken? Das kann schon sein, trotzdem betrifft es uns jeden Tag, denn fast alles was wir machen, ist durch Gesetze geregelt. Aber es stecken nicht nur unangenehme Pflichten in den Gesetzbüchern, sondern Familien, Kinder und Jugendliche haben eine Menge Rechte, über die Rabenmütter (und selbstverständlich auch Rabenväter) Bescheid wissen sollten.

Denn es ist doch logisch, dass die lieben Kleinen irgendwann anfangen, Ansprüche anzumelden und dann ist es besser zu wissen, was man erlauben kann und was nicht. Es schadet schließlich nichts, sich ein bisschen auszukennen.

Wie ist das mit dem Shirt, das schon beim Kauf kaputt war?

Kann ich es umtauschen, wenn meine Tochter das Loch erst zu Hause entdeckt hat? Klar geht das, aber ewig Zeit lassen kannst du dir mit dem Umtausch nicht. Und wie sieht es aus, wenn sie es vorher schon auf eine Party angezogen hat, was ein paar Ketchup Flecken jetzt allzu deutlich verraten?

Interessiert es dich, was du deinen Kindern alles verbieten kannst und manchmal sogar musst, und was nicht? Du bist Erziehungsberechtigte und hast oft das Sagen, aber es gibt umgekehrt auch eine Menge Dinge, die du für deine Kinder tun musst.

Für Kinder und Jugendliche gibt es besondere Bestimmungen, die ihnen die Möglichkeit geben sollen, alles zu lernen und sich mit dem System vertraut zu machen. In der Zeit bist du als Rabenmutter für sie verantwortlich und musst sogar im Zweifel den Kopf für sie hinhalten.

Du bringst ihnen sicher bei, dass sie andere nicht verkloppen sollen, bloß weil ihnen deren Nase nicht passt.

Und dass sie im Laden nichts mitnehmen dürfen, ohne zu bezahlen.

Aber wie ist das eigentlich, wenn die lieben Kleinen doch mal Mist bauen und erwischt werden?

Mit Gesetzen soll in erster Linie unser Zusammenleben geordnet werden. Leider halten sich nicht immer alle daran. Du kannst die liebsten Kinder der Welt haben, aber die anderen außen herum sind vielleicht nicht ganz so nett…

Deshalb brauchen wir Menschen, die darauf achten, dass alles richtig läuft und die in solchen Situationen helfen. Dabei geht es nicht nur um Bestrafung des Übeltäters, sondern auch um Schutz der anderen, die unter so einem Fehlverhalten leiden könnten. Gut, wenn du diese staatlichen Einrichtungen und ihre Aufgaben kennst, damit du im Notfall weißt, an wen du dich wenden kannst.

Es gibt selbstverständlich noch viel mehr Verordnungen, als in dieser Kolumne besprochen werden können. Ich habe mich bemüht, die rauszupicken, die für Mütter mit Kindern oder Teenies spannend sind. Du wirst merken, dass der Staat versucht, fast alles aufzugreifen, was dich und deine Familie betreffen könnte.

Wenn deine Kinder also etwas Neues anfangen wollen, z.B. ein Fahrrad kaufen oder eine Computerfirma gründen, dann informiere dich am besten vorher, was sie beachten müssen. Du kannst dir fast sicher sein, dass es dazu irgendeine Vorschrift gibt.

Genau solche Fragen möchte ich hier den nächsten Monaten beantworten.

Über Feedback freue ich mich 🙂

Eure Michaela!