Rabenrechte: Geschenke, Geschenke

Weihnachten ist vorbei und der Geldbeutel leer! 🙂

Aber habt Ihr Euch eigentlich mal gefragt: Darf man Kinder überhaupt was schenken? Fragt man die Rabenkinder, lautet die Antwort sicher: JAAA! Aber was sagt das Gesetz dazu? Als Rabenmutter und damit Erziehungsberechtigte darfst du das selbstverständlich, im Rahmen der elterlichen Fürsorge sollst du deine kleinen Raben ja versorgen, beschützen und fördern, deine Gaben sollten also altersgerecht und nicht irgendwie gefährlich sein; können – müssen aber nicht in jeder Hinsicht pädagogisch wertvoll sein.

Doch wie sieht das bei allen anderen Verwandten aus, Großeltern, Tante, Onkel oder einfach nur Freunde, dürfen die die lieben Kleinen ebenfalls beschenken, oder müssen sie vorher die Rabeneltern fragen?

Der Gesetzgeber sagt, dass man Kindern etwas schenken darf, wenn es für sie lediglich rechtlich vorteilhaft ist.

Das klingt doch schon wieder nach einer Art Geschenke zu betrachten, wie nur Juristen es können 😉 Jedenfalls nicht nach leuchtenden Kinderaugen und jubelnder Freude nach dem Aufreißen eines Päckchens.

Es heißt im Klartext, wenn sich für die Rabenkinder keine weiteren Verpflichtungen direkt aus dem Geschenk ergeben, dürfen sie es bekommen. Der Teddybär, der Pulli, sogar die teure Digitalkamera und das kitschrosa Puppenhaus – all das passt unter den Weihnachtsbaum oder auf den Geburtstagstisch.

Mit lebendigen Tieren wie einem Hamster, einer Katze oder gleich einem Pony ist das schon eine etwas andere Sache, genau genommen sind z.B. die Futterkosten nicht nur ein Vorteil, aber der spitzfindige Jurist sieht darin bloß eine wirtschaftliche Folge, weil diese Kosten nicht automatisch mit dem Abschluss des Schenkungsvertrags entstehen.

Die Futterkosten sind also kein rechtlicher Nachteil und die Schenkung eines Haustieres wäre damit für Kinder nur rechtlich vorteilhaft. Ausnahme könnte ein Hund sein, wegen der Hundesteuer.

ABER da das Tierchen nicht nur bei deinem Rabenkind lebt, sondern auch bei dir, der Erziehungsberechtigten, und die Versorgung ebenfalls bei dir hängen bleibt, hast du als Rabenmutter das Recht dein Veto einzulegen, wenn du diese Verpflichtung nicht willst. Besser der Schenker klärt das vorher mit dir, bevor es enttäuschte Tränen gibt.

Wer jetzt noch keinen Knoten im Hirn hat, der versucht es mit einem anderen Geschenk. Einem echten Ponyhof! Wahrscheinlich der Traum vieler Rabenmädchen. Doch da hängen Rechtsfolgen dran, die eben nicht nur rechtlich vorteilhaft sind. Als neuer Eigentümer müsste das beschenkte Rabenkind in die bestehenden Rechte und Pflichten rund um den Ponyhof eintreten, also auch Schulden mittragen, Vertragspflichten mit Pächtern oder Pferdebesitzern übernehmen, Grundsteuern bezahlen und so weiter.

Will man einem unmündigen Raben partout so ein Anwesen schenken, dann muss entweder das Vormundschaftsgericht zustimmen – gar kein so ungewöhnliches Vorgehen, schließlich kann ein Minderjähriger ja auch schon erben – oder der Schenker muss weiterhin die rechtlichen Nachteile selbst übernehmen und nur den Hof oder das Häuschen selbst überschreiben, was dann nur ein Vorteil wäre.

 

Um die Verwirrung komplett zu machen: Geschenke sind juristisch gesehen sowieso nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick annehmen möchte. Ich schenke dir was, du freust dich, alles gut!? Der Jurist macht da natürlich einen Vertrag daraus. Die Basis ist das Schenkungsversprechen und das, man höre und staune, müsste eigentlich notariell beglaubigt werden. Wer macht denn so was? Eigentlich niemand, jedenfalls nicht für den Kleinkram zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Das macht auch in den meisten Fällen nichts, denn wenn der Schenker den Worten sofort Taten folgen lässt, also das Geschenk übergibt, dann ist dieser „Formmangel“ geheilt.

Das würde gerade vor Weihnachten oder Ostern ansonsten zu ganz schönen Terminengpässen in den Notariaten führen.

Wenn die liebe Omi aber verspricht, dir oder den Rabenkindern demnächst oder irgendwann die wertvolle Kette oder das hübsche Häuschen zu schenken, dann wird die Vorschrift schon klarer. Dieses Versprechen ist nämlich so lange nicht bindend, so lange sie es nicht auch tut. Wenn du oder das Rabenkind es sich mit Omi also verscherzt und sie die Kette stattdessen deiner Cousine 100. Grades schenkt, dann kannst du zwar maulen, weil sie dir den Schmuck zuerst versprochen hat, nützt dir aber nix, denn Anspruch hast du keinen. Versprochen ist versprochen und wird doch gebrochen, das ist zwar moralisch gemein, aber rechtlich einwandfrei, weil der Notar das Versprechen eben nicht beglaubigt hat.

Was lernen wir daraus? Seid nett zu Omi, nicht nur an Weihnachten – und bitte nicht nur wegen des Geldes 😉

Eure Michaela

(Rabenrechte © Rabenmütter Verlag Ug (haftundbeschränkt))

Rabenrechte: Kinderrechtskonvention feiert 25. Geburtstag

Kinderrechtskonvention feiert 25. Geburtstag

Am 20. November feiert eine ganz besondere Vereinbarung Geburtstag – die Kinderrechtskonvention – oder wie es ganz offiziell heißt „das Übereinkommen über die Rechte des Kindes“.

Diese Konvention wurde 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und wurde von fast allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ratifiziert, also unterschrieben und in Kraft gesetzt, und damit haben sich die Staaten zu den internationalen Menschenrechten der Kinder bekannt.

Das hört sich erst mal für deine und alle anderen unter 18-jährigen Rabenkinder auf der Welt gut an, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Religion, ob arm, ob reich, ob krank oder gesund. Aber leider haben diese Rechte bei uns in Deutschland (wie in vielen anderen Mitgliedsländern) noch nicht den Weg ins Grundgesetz gefunden. Und was auf dem Papier gut klingt, lässt sich noch lange nicht wirklich einfordern und durchsetzen.
Aber es ist immerhin ein erster Schritt.

Das Übereinkommen hat insgesamt 54 Artikel, das ist ne’ Menge und leider haben diese Artikel Juristen geschrieben, sie sind also nicht unbedingt immer in verständlicher, kindgerechter Sprache verfasst. Deshalb hier ein kurzer Überblick in hoffentlich weniger komplizierten Worten, denn du als Rabenmutter sollst laut dieser Vereinbarung deinem Kind helfen seine Rechte zu kennen.

Grundsätzlich geht es darum, Kinder weltweit zu schützen, also ihr Überleben und ihre gute Entwicklung zu sichern, dafür zu sorgen, dass sie nicht diskriminiert und ihre Interessen gewahrt werden, in dem sie ein Mitspracherecht an Dingen haben, die sie betreffen.

Abgesehen davon, dass alle Rabenkinder gleichbehandelt werden müssen, hat jedes Kind das Recht auf einen Namen und auf eine Staatsangehörigkeit. Es soll seine Rabeneltern kennen und von Ihnen betreut werden, sofern das ohne Gefährdung für das Kind möglich. Denn selbstverständlich dürfen weder Eltern, noch sonst jemand Kindern körperliche oder seelische Gewalt antun.

Rabenkinder haben das Recht auf Gesundheit, das heißt einerseits auf eine sichere und saubere Umwelt, damit sie nicht krank werden – ausdrücklich auch auf sauberes Trinkwasser (!) – andererseits auch das Recht zum Arzt zu gehen, wenn sie krank sind. Natürlich gehört dazu auch genug gesunde Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Im Klartext für die kleinen Raben, sie haben ein Recht auf Gemüse, aber nicht auf Schokolade und ein Recht auf eine warme Jacke, aber leider nicht auf das süße rosa T-Shirt.  😉

Jedem Rabenkind stehen Bildung und Ausbildung zu. Das meint zum einen die Schule, deren Grundbildung nichts kosten soll, damit auch arme Kinder die gleichen Chancen haben wie reiche, und später dann die Berufsausbildung. Zum anderen aber die Förderung von besonderen Fähigkeiten und Talenten, die dein Rabenkind hat. Dazu kann Krächzen – ähm – Musik – genauso gehören wie Sport oder Malen.

Und selbstverständlich geht das Hand in Hand mit dem Recht auf Information, sei es aus Zeitungen, Radio, Büchern, Fernsehen oder aus dem Internet. Ja, liebe Rabenmütter, auch der Zugang zu einem Computer gehört dazu! Trotzdem natürlich unter deinen Rabenaugen, denn die Infos sollen altersgerecht sein und dein Kind fördern, ihm aber nicht schaden.

Gleichzeitig sollen Rabenkinder genug Freizeit zur Erholung und zum Spielen haben. Ein ganz schön wichtiger Punkt, der zum Beispiel bisher nicht in unserem Grundgesetzt steht, weil es diesen Anspruch für Erwachsene so nicht gibt. Schade, oder?

Kinderarbeit ist bis zu einem bestimmten Alter – in Deutschland bis einschließlich 12 – nicht erlaubt und muss für ältere Kinder und Jugendliche streng geregelt und limitiert sein.

Rabenkinder haben genau wie ihre Eltern ein Recht auf Privatsphäre, also auch ihre Briefe und E-Mails darf nicht einfach jemand lesen und niemand darf sie beleidigen oder ihren Ruf schädigen.
Das persönliche Tagebuch sollte also auch für die Rabenmutter tabu sein, wenn es ihr beim Aufräumen zufällig in die Hände fällt!

Besondere Rechte haben Rabenkinder in Notlagen oder bei Katastrophen, ebenso Flüchtlingskinder aus Kriegsgebieten, um die sich auch andere Staaten kümmern müssen, eben nicht nur der, aus dem sie geflohen sind! Und selbstverständlich darf kein Kind gezwungen werden, selbst mitkämpfen zu müssen!

Ausdrücklich gewährt das Übereinkommen auch behinderten Kindern all diese Rechte, zusätzlich haben sie Anspruch auf besondere Unterstützung, damit sie möglichst viel am sozialen Leben teilhaben können.

Rabenkinder dürfen ihre Meinung sagen und nicht nur ihre Eltern, sondern auch Richter und Politiker müssen sie anhören, besonders, wenn die Kinder selbst betroffen sind.
Das heißt zum Beispiel, wenn du und der Rabevater sich scheiden lassen, dann muss der Richter sich anhören, bei wem euer Kind hauptsächlich leben will und er muss diesen Wunsch ernst nehmen!

Sie dürfen sich auch mit anderen Kindern zusammentun und zum Beispiel im Rahmen einer Demonstration oder eines Kinderparlaments auf Missstände aufmerksam machen.
Fehlt also zum Beispiel in eurer Gegend ganz dringend ein Kindergarten oder braucht eine Straße sehr nötig eine Ampel, damit Kinder unfallfrei die Straße überqueren können, dann dürfen sich Kinder dafür stark machen. Das ist wichtig, weil sie ja ansonsten noch nicht durch eine Wahl mitbestimmen können, wer Entscheidungen für sie trifft.

Allerdings dürfen Kinder ebenso wenig wie Erwachsene andere verletzen oder kränken mit dem was sie sagen oder tun, da hat die freie Meinungsäußerung nämlich auch für sie ihre Grenze.

All diese Rechte solltest du als Rabenmutter kennen und berücksichtigen, doch das tust du höchstwahrscheinlich sowieso. Aber auch und gerade die Staaten und ihre Organisationen sollen sich an diese Vereinbarung halten.
Die Konvention leistet im Moment vor allem den Beitrag, sich diese – an sich selbstverständlichen – Kinderrechte vor Augen zu führen. Mit der aktiven Umsetzung hapert es noch an vielen Stellen, also kräht ruhig lauter für und mit euren Rabenkindern, damit eure Kinder zu ihrem Recht kommen!

Wer sich die ganze Konvention durchlesen möchte kann das unter folgendem link
http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf

Wer sich zusätzlich schlau machen will guckt am besten auf der UNICEF Seite:
www.unicef.de

Eure Michaela

(Rabenrechte © Rabenmütter Verlag Ug (haftundbeschränkt))